Kunstprojekt 2018

Im Dezember 2017 wurde von der AOK in Heilbronn ein Projekt für Selbsthilfegruppen ausgeschrieben.

Mit 3-4 Workshops zusammen mit einem Heilbronner Künstler sollen Skulpturen erstellt werden, die dann auf der Bundesgartenschau aufgestellt werden sollen.

Bei unserer Teambesprechung im April 2018 waren wir uns bald einig. Da machen wir mit.

Ideen wurden schon mal geboren, zwei dieser Vorschläge dann näher weiterverfolgt. Bei einem ersten Treffen Ende April mit dem Künstler hat sich das dann auf die Variante verdichtet eine aufwärtsstrebende Spirale zu bauen, auf der Figuren einen Weg aus der Sucht darstellen. Einen Vorschlag aufzugreifen bedeutet immer auch einen anderen abzulehnen. Dieser Prozess war nicht einfach, auch wenn sich dann aus praktischen Gründen die Entscheidung dann doch noch umgedreht hat. Eine geöffnete Tür sollte nun im Mittelpunkt stehen. Davor eine gebeugte Figur mit einer Flasche, dahinter eine aufrechte Figur. Die Tür dazwischen einen Spalt weit offen mit einer dunklen und einer hellen Seite.

Wir stellten bald fest, dass es gar nicht so einfach ist, ein solches Projekt als Gruppenaufgabe anzugehen. Nach einem weiteren Treffen mit dem Künstler war dann klar, eine Figur wird aus Gasbeton-Blocks (YTONG) gestaltet, die gebeugte als Gipsfigur mit Drahtgeflecht (Hasengitter) als Träger. Jetzt konnte die Planung losgehen. Die Figuren sollten überlebensgroß werden. Wie groß muss dann die Türe sein, wieviel Holz wird gebraucht. Wieviel YTONG-Blocks …. Mit Schwung ging es an die Materialbeschaffung.

 Einer der nicht abwarten konnte hat dann auch schnell die Türe zusammengezimmert. Nicht ganz im Sinne eines Gruppenevents. Der Zimmerer war stolz auf sein Werk und wir haben es integriert. Im Juli begann dann die praktische Arbeit. Figuren aufzeichnen, YTONG-Blocks zusammenkleben, Holzgerüst für Gipsfigur bauen, Türe lackieren … Endlich etwas Sichtbares.

Die Arbeit zog sich über einige Samstage fort. An einzelnen Terminen war auch der Künstler Peter Klak mit dabei, hat mit Hand angelegt und wertvolle Tipps gegeben.

Als das Holzgerüst der gebeugten Figur aufgestellt war, sah dieses schon so ausdrucksstark aus, dass beschlossen wurde, keinen räumlichen Körper zu gestalten. Nur der Kopf und die Hände wurden ausgeformt. Die Flasche, die ursprünglich in der Hand gehalten werden sollte wurde nun mitten in den Leib platziert. Das drückt aus, wie es wirklich ist. Die Flasche als Zentrum des ganzen Lebens. Die Figur sollte dunkel gestrichen werden, die Flasche in einem Rot –Ausdruck für Gefahr, Wunden und brennenden Schmerz -deutlich hervorstechend.

Bei der YTONG Figur, die weiß gestrichen werden soll, wurde lang geschnitzt, mal grob mit der Säge, Hammer und Meißel, dann wieder Feinarbeiten mit der Feile, dann doch wieder die Feinarbeit absägen. Aus einem groben Klotz wurde mit der Zeit doch noch eine stattliche Figur. Der Kopf wurde zu einem separaten Teilprojekt und dazu vom Körper abgetrennt und nach der Fertigstellung wieder aufgesetzt. Eine Idee der Kinder wurde auch noch aufgegriffen. Auf der hellen Seite soll ein Schmetterling noch das neue Leben symbolisieren. So wurde aus Drahtgeflecht, Kleister, Papier, Pappmaché und dann auch noch Gips und Farbe ein schöner Schmetterling gestaltet.

Aus 3 bis 4 Workshops mit einem Künstler hat sich da sehr viel Arbeit über einen langen Zeitraum entwickelt.  Die Geduld von Manchem wurde stark beansprucht.

Dann kam auch noch die Meldung, die Figuren können nicht auf der BUGA aufgestellt werden, es wird versucht einen anderen Platz zu finden. Die Enttäuschung war groß. Bei einem Treffen der Selbsthilfegruppen bei der AOK und einem späteren Vororttermin konnten wir doch einen guten Platz am Neckarufer für unsere Skulpturen bekommen.

Der Höhepunkt war dann eine Probeaufstellung auf einer Wiese. Im April 2019, ein Jahr nach den ersten kreativen Anfängen. Die Türe wurde aufgerichtet, der Schmetterling daran provisorisch befestigt, die dunkle Figur auf eine Holzplatte geschraubt und die YTONG-Figur eingegraben. Einige Steinbrocken sollen den steinigen Weg zeigen. Es war ein großartiger Moment, als das Ergebnis unserer Arbeit endlich als Ganzes vor uns stand.

Nun war noch zu klären, wie die Skulptur benannt werden soll und in welche Richtung die helle Figur schauen soll. Vorwärts ins neue Leben oder zurück zur Tür um den Dunklen einzuladen.

Einladen! Das ist es. Wir nehmen das Jahresmotto der Freundeskreise auf …WILL-KO-MM-EN…

Eigentlich warten wir nur noch auf den offiziellen Termin, an dem die Figuren in Heilbronn aufgestellt werden, dann eine neue Nachricht. Die Figuren werden doch nicht in der Neckaraue stehen, sondern sollen in öffentlichen Gebäuden präsentiert werden.

Wir warten also weiter …. Unsere Arbeit ist vorerst aber abgeschlossen.