Thementag beim Freundeskreis Beilstein
Am 20. September 2025 fand der Regionsfachtag der Region A III ausgerichtet vom Freundeskreis Beilstein statt. 26 Teilnehmer hatten sich dazu entschlossen, mehr über gewaltfreie, wertschätzende Kommunikation zu erfahren. Die Referentin Ulrike Reeg (Gestalt- und Körpertherapeutin, Heilpraktikerin Psychotherapie, Trauma Therapeutin mit einigen weiteren Zusatzausbildungen) war dazu eingeladen worden. Schon beim Betreten des Raumes im Valentin-Wanner-Haus fühlte man sich pudelwohl, empfangen von freundlichen Gesichtern und einer wunderhübschen Deko auf den Tischen. Frau Reeg merkte an, dass hier gutes Miteinander und Gemeinschaft spürbar waren.
Die Frage wie gelingt gewaltfreie, wertschätzende Kommunikation ist komplex, wie wir schnell merkten. Es fängt bei uns als Individuum an. Wir möchten uns in der Kommunikation sicher fühlen und müssen Vertrauen haben. Ohne gegenseitigen Respekt und Wertschätzung kann Kommunikation nicht gelingen. Begegnen wir uns auf Augenhöhe, ist viel gewonnen. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Sitze oder stehe ich? Wobei fühle ich mich überlegen oder gar „erniedrigt“? Eine gute Möglichkeit um Konflikte anzusprechen ist ein gemeinsamer Spaziergang. Da ergibt sich ein Miteinander von selbst, und die Bewegung baut zusätzlich Spannung ab.
Frau Reeg ließ viele Beispiele aus der Praxis und sogar aus ihrer Familie einfließen, so dass wir ganz bei der Sache blieben und den Ausführungen mit Spannung lauschten. Mit Hilfe eines Arbeitsblattes übten wir die Trennung von Fakten und unseren inneren Prozessen wie Bewertungen und Emotionen herauszuarbeiten, um dann zu einem adäquaten Handlungsimpuls zu finden. Zu schnell landen wir im Schubladendenken. Nachfragen klärt. Ein Perspektivenwechsel kann hilfreich sein, um angemessen zu reagieren.
Wie löse ich am besten Konflikte? Aktives Zuhören ist gefragt. Das Ziel ist nicht zu antworten, sondern die Bedürfnisse des Gegenübers zu verstehen. Rechthaberei ist fehl am Platz. Sie ist nicht lösungsorientiert und hilft nicht weiter. Wir lernten Tools zur Konfliktlösung kennen, z.B. die Familienkonferenz nach Thomas Gordon. Jeder in der Familie trägt zur Lösung eines Problems bei, auch derjenige der das Problem hat. Eine weitere Möglichkeit zur Findung einer gerechten Lösung ist das systemische Konsensieren. Dabei werden für verschiedene Optionen von allen Beteiligten einer Gruppe Punkte vergeben. So findet man zu einer tragfähigen Entscheidung zur größtmöglichen Zufriedenheit aller.
Eine Gruppenarbeit mit Rollenspiel half uns, gewaltfreie Kommunikation nach Dr. Marshall Rosenberg zu üben. Es gilt, über die konkrete Beobachtung meine dadurch ausgelösten Gefühle zu erkennen, daraus Bedürfnisse abzuleiten und so zu einer Lösungsmöglichkeit zu kommen. Ein netter Film führte uns nochmal vor Augen wie das ablaufen kann. Merke: Kommunikation dient nicht dazu jemanden zu ändern, sondern Konflikte zu lösen.
Gegen 16 Uhr neigte sich der Seminartag dem Ende zu. Ein abschließendes Feedback ergab eine große Zufriedenheit aller, jeder nahm etwas mit und fand die neuen Erkenntnisse hilfreich und interessant. Gut gesättigt dank der hervorragenden Verpflegung und durch viel geistiges Input beschlossen wir diesen kurzweiligen und lehrreichen Samstag.
Bärbel Hartan Freundeskreis Beilstein