Mitglied der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Landesverband Württemberg e.V.

Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Landesverband Württemberg

Hinweise für Freunde und Angehörige von Alkoholkranken...

Was kann ich für den Abhängigen tun?

Sagen Sie dem Betroffenen ruhig, aber eindeutig, dass er ein Suchtproblem hat, mit dem er alleine (ohne professionelle Hilfe) nicht fertig wird. Vermeiden Sie dabei Schuldzuweisungen und Vorwürfe, und wählen Sie dafür einen Zeitpunkt, an dem er NÜCHTERN ist.

Wenn Sie der Meinung sind, dass ein KLARES WORT nur Widerstände hervorrufen würde, versuchen Sie es auf subtile Art: Sprechen Sie das Thema NEUTRAL an, indem Sie beispielsweise Ihre eigenen Erfahrungen mit Alkohol thematisieren. Lassen Sie Materialien zum Thema HERUMLIEGEN, und versuchen Sie herauszufinden, ob Ihr Partner sich wegen seines verstärkten Alkoholkonsums selbst schon Gedanken macht.

Ein paar Tipps zur stressfreien und effektiven Kommunikation:

Seien Sie verständnisvoll. Lassen Sie Ihren Partner reden. Gehen Sie nicht auf Konfrontation. HÖREN SIE ZU, STATT ZU REDEN.

Vermeiden Sie es, zu argumentieren, und Ihrem Partner GUTE RATSCHLÄGE zu geben. Jeder Verdacht der Bevormundung ruft in der Regel Widerstände hervor, die schwer wieder abzubauen sind.

Versuchen Sie Ihren Partner dazu zu bewegen, Ihnen mitzuteilen, warum er trinkt, und - allein oder gemeinsam mit Ihnen - das Für und Wider des Alkoholkonsums abzuwägen.

Lassen Sie sich durch Angriffe und Protest nicht in Ihrer Haltung beirren, und nehmen Sie Verbalattacken nicht persönlich. Bedenken Sie, dass Ihr Partner sich damit nur zu verteidigen versucht, weil er ja längst selbst weiß, dass er ein Problem hat. Lassen Sie sich vor allem nicht einreden, Sie seien für den exzessiven Alkoholkonsum verantwortlich. Alkoholiker neigen dazu, die SCHULD nicht bei sich zu suchen, sondern in äußeren Umständen und vor allem auch in Menschen, die ihnen besonders nahestehen. Ziehen Sie sich diesen Schuh nicht an. Bedenken Sie: Letztlich ist jeder für sein eigenes Leben selbst verantwortlich.

Nehmen Sie Ihren Partner ernst, und stärken Sie ihm den Rücken, wenn er sein Verhalten ändern möchte. Stecken Sie sich gemeinsam neue Ziele.

Und last but not least: Lassen Sie - wenn möglich - Ihren Partner nicht fallen, aber lassen Sie auch nicht zu, dass Sie selbst an der Beziehung Schaden nehmen.

Wenn Ihr Partner bereits ein PROBLENBEWUSSTSEIN hat, ist schon viel gewonnen. Weisen Sie ihn darauf hin, dass seine Sucht eine Krankheit wie jede andere ist. Machen Sie ihm klar, dass er dagegen etwas tun kann, indem er Hilfe bei der Suchtberatung, bei einer Selbsthilfegruppe, bei einem Arzt oder Therapeuten sucht. Bieten Sie ihm an mitzugehen. Wenn Suchtkranke erkennen, dass sie Unterstützung benötigen und wenn sie bereit sind, diese Hilfe anzunehmen, besteht Hoffnung auf Veränderung.

SIE KÖNNEN HELFEN, DIESES ZIEL ZU ERREICHEN !