Mitglied der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Landesverband Württemberg e.V.

Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Landesverband Württemberg

Angst – Respekt – Vertrauen – Führung

Sich selbst kennenlernen durch Pferde

Der Freundeskreis Beilstein besuchte mit 3 Gruppen zu je 6 Teilnehmern ein Pferdeseminar bei Wolf Haiber auf der Good-Time-Ranch in Gemmrigheim.

Die einzigen Voraussetzungen waren  Mut und  Bereitschaft  aufzubringen sich auf etwas Neues einzulassen.

Bunt gemischt kamen dann die Gruppen morgens  um 9:00 Uhr bei Wolf Haiber (www.seminarscheune-vogelsang.de) an, noch mit Zweifeln, ob dieser Tag wirklich eine „Good Time“, eine „Gute Zeit“, wird. Aus den Ställen schauten schon die Pferde nach den neuen Gästen.  Und es kam zu ersten Annäherungen zwischen Mensch und Pferd. Die Stute Feh holte sich gleich mal ein paar Streicheleinheiten ab.

Zunächst aber ging es in den Seminarraum. Mit Kaffee und Butterbrezeln wurden wir von Wolf begrüßt und in die Hintergründe des Seminars und seiner Arbeit mit den Pferden eingeführt. Pferde als Spiegel unserer Persönlichkeit, unserer Haltung, unserer Ausstrahlung, vielleicht sogar unserer Seele? 

Das wollten wir an diesem Tag erleben.

Wieder gemeinsam bei den Stallungen wurden uns die 6 Pferde mit Namen vorgestellt, aber auch mit ihrem eigenen Charakter und ihrer Geschichte.  Jeder durfte sich nun ein Pferd aussuchen und schnell und ohne große Diskussion wurden die Pferde so verteilt.

Die erste Aufgabe war dann das Pferd auf die Koppel zu führen und zwar auf dem direkten Weg, ohne dass das Pferd an verschiedenen Grasbüscheln zu naschen beginnt oder anderen Verlockungen nachgeht.

Führe ich so, dass das Pferd versteht, was ich will? Bin ich unsicher, wie ich führen soll?  Das Pferd nutzt jede Unsicherheit oder Unklarheit aus um den eigenen Weg zu gehen. Noch hat man einen Strick mit dem man dem Pferd zeigen kann, was man von ihm will.

Auf der Koppel wird der Strick losgemacht. Jetzt durfte sich das Pferd erst mal im Sand wälzen.

Nächste Aufgabe: Das Pferd ohne Seil im Kreis laufen lassen und dabei selbst die Richtung bestimmen. Unter der Anleitung von Wolf haben es alle geschafft dem Pferd immer klarer zu zeigen, wie man es führen will. So unterschiedlich wie die Menschen waren dabei auch die Pferde. Die einen brauchten nur kleine Gesten, andere viel heftigere Signale. Die einen haben sich schnell unter die Führung begeben, andere begehrten noch mit ein paar Sprüngen auf. Immer aber war das frische Gras am Rand eine starke Verlockung. Es ging nicht um Techniken und Methoden, wie ein Pferd zu führen ist, sondern um das eigene Erleben und Fühlen. Ziel der Übung war, dass das Pferd der Führung traut und so viel Vertrauen aufbringt, dass es freiwillig zu seiner Führungsperson herkommt und sich ihm anschließt. Das war bei jedem ein spannender Moment. Man steht mitten auf der Koppel, wendet sich vom Pferd ab und wartet, ob es von hinten herkommt und sich zu einem stellt. Jetzt ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier gewachsen.

Jedem wurde dann noch von Wolf eine Rückmeldung gegeben, was er beobachtet hat, welche Parallelen zum täglichen Leben gezogen werden können, wo er dort Stärken gesehen hat und was noch weiterentwickelt werden kann.

Spannend war es aber nicht nur auf der Koppel, sondern auch bei den anderen Teilnehmern, die am Rande das Geschehen auf der Koppel beobachteten.  Nach dieser ersten Runde war dann eine Mittagspause dran. Zünftig mit Lagerfeuer und Wurst am Spieß.

Die Nachmittagsrunde wurde dann individueller gestaltet. Die einen führten das Pferd auf einer größeren Koppel mit mehreren Richtungswechseln, die anderen machen erste Reitversuche mit oder ohne Sattel oder führten das Pferd auf einem Spaziergang.

Dadurch wurde die Erfahrung des Vormittags nochmal vertieft und gestärkt.

Neue Erfahrungen waren:

„Ich kann vertrauen, mir wird vertraut!“

„Ich kann mir mehr zutrauen als ich dachte!“

„Ich hab ja noch ganz andere Talente!“

„Ich werde getragen!“

„Meine anfängliche Angst hat sich verwandelt in Stärke!“

„Ich bin wertgeschätzt!“

Unsere Gruppe war sich am Ende einig: Dieser Tag hat sich gelohnt und wir würden da gerne nochmal vertiefend weiter machen. Und dieser Tag war für uns wirklich eine „Good Time“

Dank an Wolf, der uns so authentisch und auch einfühlsam durch diesen Tag begleitet hat und uns behutsam und individuell  an neue Erfahrungen heranführte.